Abschlussbericht über das Unwetter im Bezirk Scheibbs

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Es war eine anstrengende und kräftezerrende Zeit für die Feuerwehren im Bezirk aber nach knapp 40 Stunden konnte am Montagabend das Einsatzende bekanntgegeben werden.

Insgesamt waren 25 Feuerwehren vom Bezirk Scheibbs und ein KHD-Zug aus dem Bezirk Zwettl mit 618 freiwilligen Frauen und Männern knapp 40 Stunden damit beschäftigt, unzählige Einsatzstellen mit den unterschiedlichsten Aufgaben abzuarbeiten.

Am Sonntag mussten die Florianis das Wasser so gut wie möglich von Häusern und Straßen umleiten, Keller auspumpen, Brücken von Verklausungen befreien, provisorischen Hochwasserschutz aufbauen und bestmöglich größeren Schaden verhindern – was aufgrund der extremen Wassermassen nicht ganz einfach war.

Aber auch Menschenrettungen forderten die eingesetzten Kamerad*innen.
So kam es am Sonntagvormittag zu einem Verkehrsunfall auf der neuen B25-Umfahrung in Wieselburg. Dabei mussten die Insassen von ihrem PKW befreit werden, da sie, nachdem sie ins Schleudern gerieten, im überfluteten Straßengraben zu stehen kamen.

Am Nachmittag dann die nächste Person in Notlage: Im Ortsteil Marbach (Wieselburg-Land) wurde eine  100-Jährige Frau von den Fluten in ihrem Haus eingeschlossen und musste von den Mitgliedern der Feuerwehr gerettet werden.
Zum Glück kamen alle Personen mit dem Schrecken bzw. leichten Verletzungen davon.

Besonders Schlimm traf es auch das Kleine Erlauftal.
In Wolfpassing z.B. überraschten die Fluten die Mitglieder der Feuerwehr Zarnsdorf bei der Abhaltung ihrer Mitgliederversammlung so sehr, dass sie nicht mal ihre eigenen, am angrenzenden Parkplatz abgestellten Autos von den Fluten rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten.

Am Montag zog sich das Wasser weitgehend zurück und das ganze Ausmaß der Naturgewalten kam zum Vorschein.

Mit der vom Bezirksführungsstab angeforderten KHD-Bereitschaft aus Zwettl und eigener Mannschaft aus dem Bezirk wurden den ganzen Tag Straßen mit teils schwerem Gerät gereinigt, Keller und Häuser vom Schlamm gesäubert, die den Fluten zum Opfer gefallenen Sachgegenstände entsorgt und Flüsse von angeschwemmten Treibholz befreit.

Nach Herstellung der Einsatzbereitschaft konnte am Montagabend gegen 21:00 Uhr der Unwettereinsatz weitgehend beendet werden.
Auch der 58 Mann und Frau starke KHD-Zug aus dem Bezirk Zwettl konnte, nach tatkräftiger Unterstützung, am frühen Abend seine Heimreise antreten.

Bezirksfeuerwehrkommandant Franz Spendlhofer und das gesamte Bezirksfeuerwehrkommando bedankt sich bei allen freiwilligen Helfern, die unermüdlich im Einsatz standen und ihre Freizeit sowie Kraft opferten, um ihren Mitmenschen, im Kampf gegen das Unwetter und die Fluten, in Not zu helfen.

 

Bericht & Fotos: Presseteam BFKDO-Scheibbs
ASB ÖA Ötscher-Hochkar Markus Wickl
ASB ÖA Kleines Erlauftal Matthias Seifert
ASB ÖA Großes Erlauftal Thomas Wagner
BSB ÖA Bezirk Scheibbs Philipp Pflügl