Sonntag,

‏‏‎ ‎den 30 April 2023 um‏‏‎ ‎

14:26 Uhr‏‏‎ ‎

‎| Geschrieben von: FF-Wang | ‎

1.843‏‏‎ ‎Zugriffe

150 Einsatzkräfte bei Blackout-Großübung in Wang

Ein Großaufgebaut an Einsatzkräften fand sich am Samstag den 29. April in Wang ein.

Unter sehr realistischen Umständen wurde dort ein Großschadensereigniss mit insgesamt 4 Szenarien beübt.
Als wäre das nicht schon genug, wurde die Lage noch durch einen „Blackout“ (Ausfall der Stromversorgung und auch des Handy- sowie Funknetzes) verschärft.

Die Annahme:

Es stürmt seit längerem im Bezirk Scheibbs, die Folge sind mehrere Einsätze im gesamten Abschnitt. Die Energieversorgung und die Kommunikation (Telefon, Internet) ist bereits stark beeinträchtigt, es kommt zu permanenten Ausfällen – hohe Unzuverlässigkeit.
Auch die FF-Wang kehrt gerade aus dem Einsatz zurück. Eine Unwetterwarnung wird ausgerufen für den Bereich Wang: Sturm zieht von Feichsen kommend über Wang und Phyrafeld. Es werden die ersten Schritte in die Wege geleitet:
• Bürgermeister und Zivilschutzbeauftragter werden informiert
• Not-Energieversorgung im F-Haus wird vorbereitet
• Not-Energieversorgung der Gemeinde Infrastruktur wird vorbereitet
• Autarkes Kommunikationsnetzwerk der Feuerwehr wird vorbereitet – Umsetzung nach Übungsbeginn
• Der Sturm trifft Wang und bereits zur andere Bereiche des Bezirks (Abschnitt Großes Erlauftal) wesentlich stärker als erwartet:

• Ausfall der Energieversorgung in großen Bereichen des gesamten Bezirks – auf ungewisse Zeit
• Ausfall der Kommunikationswege in großen Bereichen des Bezirks und darüber hinaus – auf
ungewisse Zeit
• Führungsstab der Gemeinde Wang wird eingerichtet:
• Vertreter des Gemeinderats Wang
• Zivilschutzbeauftragter der Gemeinde Wang

• Führungsstab der FF Wang:
• FF Wang, verfügbare Experten der alarmierten Feuerwehren
• Kommunikation Rettung
• Kommunikation Polizei

Alles begann mit einer fiktiven B3 Alarmierung zu einem Brand eines landtwirtschaftlichen Objektes.
Bei der Anfahrt der Feuerwehr Gresten und Gresten-Land kam ihnen ein Verkehrsunfall mit mehreren verletzten Personen unter – ein Auto davon brannte sogar.
Da dieser „Einsatz“ Vorrang hatte, konnten sie nicht zum eigentlich alarmierten B3 anrücken – aber wie kommuniziert man das wenn alles ausgefallen ist?

Den B3 – Brand des landwirtschaftlichen Objektes bekämpften die Feuerwehren Wang, Steinakirchen, Perwarth, Zarnsdorf, Wieselburg sowie das Atemluftfahrzeug der Feuerwehr Scheibbs. Die Herausforderung war, 5 verletzte Personen,  die Tiere und den brennenden Traktor aus dem Stall zu bringen. Dies natürlich alles unter schwerem Atemschutz.

Nachdem bereits zwei Einsätze abzuarbeiten waren, kam der dritte Einsatz zur Übungsleitstelle. Ein Traktor, welcher „Isopropanol“ (Dämpfe des Stoffes wirken betäubend, der Kontakt verursacht Reizungen der Augen und der Schleimhäute) in großer Menge geladen hatte und neben der kleinen Erlauf in der Lehmgstetten war verunglückt. Dem Abschnittseinsatzleiter Gerald Schoder war sofort klar, dass hier großräumig abgesichert werden musste und die Schadstoffgruppe 18 mit Schutzanzügen alarmiert werden muss. Bei der Erkundung der Schadstoffgruppe, wurde der Lenker des Traktors bewusstlos aufgefunden. Er wurde aus dem Gefahrenbereich gebracht und der Rettung übergeben. Danach wurde der ganze Bereich und die Einsatzkräfte dekontaminiert, die Wasserrechtsbehörde über den Austritt der Flüssigkeit in die kleine Erlauf alarmiert und eine Ölsperre errichtet um die Flüssigkeit aufzufangen.

Zeitgleich wurde Szenario 4 alarmiert.
Ein Verkehrsunfall in einem Waldstück bei Reidlingberg, Einsatzgebiet der FF-Pyhrafeld. Da diese aber auch im Einsatz beim B3 in Höfling standen, musste kurzer Hand umgeplant werden und die Feuerwehr Pyhrafeld dort abgezogen und auch die Feuerwehr Ferschnitz wurde dorthin alarmiert werden. Von den 3 Insassen im PKW waren 2 eingeklemmt, der Fahrer, wollte Hilfe holen und wurde ohnmächtig. Nachdem die beiden eingeklemmten Personen gerettet und dem Roten Kreuz übergeben wurden, begann die Personensuche. Mit Hilfe der Jägerschaft, welche eine Drohne einsetzte, konnte der Fahrer rasch lokalisiert und versorgt werden.

Diese Szenarien wurden Einsatzstab der FF-Wang im Feuerwehrhaus koordiniert. Einsatzleiter Brandinspektor Matthias Seifert und sein Team merkten an, dass die größte Herausforderung, die schlechte Kommunikation war. Da man sich nicht auf die bewehrten Mittel, wie Funk- und Handynetz aufgrund des Blackouts verlassen konnte, musste im Direktmodus von Funkgerät zu Funkgerät kommuniziert werden, was aufgrund der großen räumlichen Distanz nicht immer möglich war. So musste man wieder auf die bewehrte Methode des „Melders“ zurückgreifen und punktuell Kameraden zu den Einsatzstellen entsenden, um eine Lage einzuholen.

Auch die Gemeinde Wang übte im Krisentab mit Bürgermeister Sonnleitner, Zivilschutzbeauftragen Thomas Höhlmüller und einem Team der Gemeindeführung die Aufgaben im Blackout-Fall.
Die Wasserversorgung mittels Notstrom aufrecht zu erhalten, war nur eine von vielen Aufgaben, welche abzuarbeiten waren.

Bei der Übungsnachbesprechung gab es viele Erkenntnisse, welche für weitere Übungen und auch Einsätze zukünftig von großer Wichtigkeit sein werden. Abschnittsfeuerwehrkommandant Roland Hudl bedankte sich für die sehr aufwendig ausgearbeitete Übung bei den Kameraden der FF-Wang und war auch von den Erkenntnissen der sehr begeistert. Man hat gesehen, auch im Blackout-Fall kann sich die Bevölkerung auf die Hilfeleistung der Feuerwehren verlassen.

Eingesetzte Kräfte:
13 Feuerwehren
14 Fahrzeuge
130 Mitglieder der Feuerwehren

4 Fahrzeuge vom Roten Kreuz mit 14 Einsatzkräften mit dem Realistik-Team

10 Personen im Führungstab der Gemeinde mit Zivilschutzbeauftragten

Hier gehts zum Beitrag von ORF NÖ Heute:

Berichte und Bilder:
FF-Wang, Matthias Seifert
ASB ÖD Markus Wickl / AFKDO Ötscher-Hochkar
ASB ÖD Thomas Wagner / AFKDO Kl. Erlauftal
BSB ÖD Philipp Pflügl / BFKDO Scheibbs
Fotocredit: ORF NÖ

Weitere Artikel

Teile diesen Beitrag