Samstag,
den 31 Oktober 2026 um
16:57 Uhr
| Geschrieben von: FF-Scheibbs |
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129 Feuerwehrmitglieder bei großangelegter Katastrophenschutzübung
Waldbrand, Erdbeben und eine großflächige Personensuche: Gleich drei anspruchsvolle Einsatzszenarien forderten am Samstag, dem 31. Oktober 2026, die Einsatzkräfte des Katastrophenhilfsdienstes (KHD) im Bezirk Scheibbs. Insgesamt 129 Feuerwehrmitglieder mit 22 Fahrzeugen waren an der großangelegten Übung beteiligt.
Wenn außergewöhnliche Schadensereignisse eintreten, sind eine funktionierende Zusammenarbeit, klare Führungsstrukturen und gut ausgebildete Einsatzkräfte entscheidend. Genau diese Fähigkeiten standen bei der diesjährigen KHD-Großübung des Bezirksfeuerwehrkommandos Scheibbs im Mittelpunkt.
An drei unterschiedlichen Standorten wurden realitätsnahe Szenarien vorbereitet, die von den KHD-Zügen 1, 2 und 4 abgearbeitet werden mussten. Gleichzeitig nahm der Bezirksführungsstab im Feuerwehrhaus Scheibbs seine Arbeit auf und koordinierte die übergeordneten Abläufe.
Waldbrandbekämpfung in St. Georgen an der Leys
Für den 2. KHD-Zug galt es, einen angenommenen Waldbrand in St. Georgen an der Leys zu bekämpfen. Insgesamt 41 Feuerwehrmitglieder mit sieben Fahrzeugen standen dabei im Übungseinsatz.
Die besondere Herausforderung bestand darin, eine Löschwasserversorgung von einem Bach über eine längere Strecke bergauf aufzubauen. Dabei waren nicht nur körperliche Ausdauer und technisches Können gefragt, sondern vor allem das koordinierte Zusammenwirken der einzelnen Feuerwehren.
Gerade bei Waldbränden in schwer zugänglichem Gelände stellt eine ausreichende Löschwasserversorgung oftmals eine der größten Herausforderungen dar.
Erdbebenszenario in Wieselburg
Ein völlig anderes Schadensbild erwartete den 4. KHD-Zug in Wieselburg. Nach einem angenommenen Erdbeben mussten mehrere verschüttete Personen aus ihrer misslichen Lage befreit werden.
31 Feuerwehrmitglieder mit sieben Fahrzeugen arbeiteten an der Bewältigung dieser anspruchsvollen Aufgabenstellung. Dabei kamen auch schwere Geräte wie Teleskoplader und Kran zum Einsatz, um die verschütteten Personen zu erreichen und eine sichere Rettung zu ermöglichen.
Im Mittelpunkt standen die technische Menschenrettung, der sichere Umgang mit schweren Geräten sowie die Abstimmung der eingesetzten Kräfte.
Schwerer Forstunfall nach Sturmereignis in Pyhrafeld
Ein besonders anspruchsvolles Szenario erwartete den 1. KHD-Zug in Pyhrafeld. Angenommen wurde ein schweres Sturmereignis, bei dem eine Gruppe während Forstarbeiten von einem plötzlich aufziehenden Unwetter überrascht wurde.
Dabei verunfallte ein Traktor, eine Person wurde eingeklemmt und eine weitere verletzt. Eine dritte Person flüchtete im Schockzustand, um Hilfe zu holen, und galt zunächst als vermisst.
Für die 45 Feuerwehrmitglieder mit sieben Fahrzeugen galt es somit, gleich mehrere Herausforderungen zu bewältigen. Neben der Versorgung und Rettung der verunfallten Personen musste eine großflächige Suchaktion im umliegenden Waldgebiet organisiert und durchgeführt werden.
Besonderes Augenmerk lag auf der Koordination der unterschiedlichen Einsatzaufgaben, einer strukturierten Personensuche und der Zusammenarbeit der eingesetzten Kräfte. Gerade bei schweren Unwettern können innerhalb kürzester Zeit mehrere Schadenslagen gleichzeitig auftreten, die ein rasches und gut abgestimmtes Vorgehen erfordern.
Bezirksführungsstab koordinierte die Übung
Während die drei KHD-Züge ihre Aufgaben an den jeweiligen Einsatzorten abarbeiteten, war der Bezirksführungsstab mit zwölf Mitgliedern im Feuerwehrhaus Scheibbs besetzt.
Dort wurden Informationen gesammelt, Einsatzlagen beurteilt und die übergeordneten Abläufe koordiniert. Die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen KHD-Zügen und dem Bezirksführungsstab bildete einen wesentlichen Schwerpunkt der Übung.
„Unsere Feuerwehrmitglieder haben wieder gezeigt, was sie leisten können“
KHD-Kommandant Andreas Kurz zeigte sich mit dem Verlauf der Übung äußerst zufrieden:
„Drei völlig unterschiedliche Szenarien an drei verschiedenen Standorten sind eine große Herausforderung für unsere Einsatzkräfte und Führungsstrukturen. Unsere Feuerwehrmitglieder haben heute eindrucksvoll bewiesen, dass sie auch bei komplexen Schadenslagen professionell, strukturiert und vor allem gemeinsam arbeiten. Besonders erfreulich ist die hohe Motivation und Einsatzbereitschaft aller Beteiligten. Auf diese Mannschaft können wir wirklich stolz sein“, so Kurz.
Auch Bezirksfeuerwehrkommandant OBR Alois Hochholzer fand lobende Worte für die Leistungen der eingesetzten Feuerwehrmitglieder:
„Es ist keineswegs selbstverständlich, dass sich an einem Samstag 129 Feuerwehrmitglieder freiwillig Zeit nehmen, um für den Ernstfall zu trainieren. Diese Bereitschaft und das enorme Engagement zeichnen unser Feuerwehrwesen aus. Die heutige Übung hat einmal mehr gezeigt, wie hervorragend die Zusammenarbeit zwischen unseren Feuerwehren funktioniert. Mein besonderer Dank gilt allen Teilnehmern, den Führungskräften und natürlich jenen Kameradinnen und Kameraden, die diese umfangreiche Übung vorbereitet und organisiert haben.“
Gemeinsam für den Katastrophenfall gerüstet
Die großangelegte Übung zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig die Aufgaben des Katastrophenhilfsdienstes sind. Ob Waldbrand, Naturkatastrophe oder Personensuche – bei außergewöhnlichen Schadensereignissen müssen zahlreiche Einsatzkräfte rasch und koordiniert zusammenarbeiten.
Insgesamt standen 129 Feuerwehrmitglieder mit 22 Fahrzeugen im Übungseinsatz. Neben der praktischen Ausbildung konnten dabei auch wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Einsätze und die weitere Zusammenarbeit gewonnen werden.
Das Bezirksfeuerwehrkommando Scheibbs bedankt sich bei allen teilnehmenden Feuerwehren, dem Bezirksführungsstab sowie den Verantwortlichen für die Ausarbeitung und Durchführung der Übung.
Denn eines steht fest: Eine gute Vorbereitung ist die beste Grundlage, um im Ernstfall rasch, sicher und professionell helfen zu können.
Fotos:
BSB ÖA Philipp Pflügl / BFKDO Scheibbs
ASB ÖA Daniel Wieland / AFKDO Kl. Erlauftal


















