Samstag,
den 07 November 2026 um
21:36 Uhr
| Geschrieben von: FF-Pyhrafeld |
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Großangelegte Unterabschnittsübung in Wang – Löschwasserversorgung unter erschwerten Bedingungen
Eine massive Rauchentwicklung in einer Werkstatthalle, zwei vermisste Mitarbeiter, ein brennender Pkw und eine Löschwasserversorgung, die aufgrund eines angenommenen Wassermangels vollständig ausgefallen ist – dieses herausfordernde Szenario erwartete die Feuerwehren des Unterabschnitts Steinakirchen bei ihrer diesjährigen Unterabschnittsübung in Wang.
Als Übungsobjekt diente der Kfz-Betrieb der Firma Öllinger mit angrenzender Tankstelle sowie einer neuen, rund 32 x 14 Meter großen Werkstatthalle, die in zwei Brandabschnitte unterteilt ist.
Herausfordernde Übungsannahme
Die Übungsannahme basierte auf einer realistischen und anspruchsvollen Ausgangslage: Nach einem extrem heißen und trockenen Sommer 2026 herrschte in der Gemeinde Wassermangel. Der 250 m³ fassende Hochbehälter war bereits kritisch niedrig, weshalb weder das Ortswassernetz noch die Hydranten für die Brandbekämpfung zur Verfügung standen.
Ausgelöst wurde das angenommene Brandereignis durch Trennschleifarbeiten an einem Fahrzeug im nordwestlichen Abstellbereich der Werkstatthalle. Dabei entzündeten Funken Lösungsmitteldämpfe beziehungsweise Gas aus einer Flasche. Eine Verpuffung mit anschließender Stichflamme setzte einen Diesel-Pkw in Brand. Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sich eine massive Rauchentwicklung in der gesamten, 32 Meter langen Halle.
Besonders herausfordernd war die Lage durch zwei betroffene Mitarbeiter. Eine Person befand sich am südöstlichen Ende der Halle in einer Montagegrube und wurde nach einem Kopfaufprall bewusstlos. Eine Verletzung der Wirbelsäule konnte nicht ausgeschlossen werden. Eine zweite Person hatte versucht, Hilfe zu leisten, verlor jedoch im dichten Rauch die Orientierung und galt als vermisst.
Zusätzlich bestand die Gefahr einer Brandausbreitung auf die angrenzende Tankstelle im Nordwesten sowie auf die Nachbarhalle im Südosten, auf deren Dach sich eine Photovoltaikanlage mit 30 kWp befand.
Löschwasserversorgung als zentraler Übungsschwerpunkt
Das Hauptziel der Übung bestand darin, trotz der ausgefallenen Ortswasserversorgung eine ausreichende und vor allem redundante Löschwasserversorgung sicherzustellen.
Dazu wurden zwei voneinander unabhängige Versorgungs- und Einsatzbereiche eingerichtet.
Im Mittelpunkt standen dabei folgende Schwerpunkte:
– Förderung von Löschwasser über lange Wegstrecken
– Nutzung unterschiedlicher Wasserentnahmestellen wie Behälter, Bach und Brunnen
– Sicherstellung der Wasserversorgung mittels Pendelverkehr
– Umstellung auf alternative Wasserbezugsquellen bei Ausfall der Hydranten
– Aufbau zweier unabhängiger Löschwasserversorgungsketten
– Effiziente Koordination und Positionierung der Einsatzfahrzeuge am Einsatzobjekt
Neben der Herstellung einer gesicherten Löschwasserversorgung galt es, beide vermissten beziehungsweise verletzten Personen zu finden und zu retten. Besonderes Augenmerk lag auf der schonenden Rettung der bewusstlosen Person aus der Montagegrube unter Berücksichtigung möglicher Kopf- und Wirbelsäulenverletzungen.
Gleichzeitig mussten die beiden Feuermauern im Nordwesten und Südosten geschützt und ein Übergreifen der Flammen auf die Tankstelle sowie die benachbarte Halle verhindert werden.
Zahlreiche Feuerwehren beteiligt
An der Übung beteiligten sich folgende Feuerwehren und Einheiten des Unterabschnitts Steinakirchen:
– KDO Wang – ELF
– Tank Wang – HLF 3
– Bus Wang – MTF
– Pumpe Wang – LFA
– Tank Steinakirchen – HLF 3
– Tank Pyhrafeld – HLF 2
– Versorgung Steinakirchen – VF
– Pumpe Zarnsdorf
– Steig Wieselburg
– Tank Wieselburg – HLF 3
– Atemluft Scheibbs – ALF
– Bus 2 Wang – Gemeindebedienstete
Die Übungsbeobachtung übernahmen die Kommandanten beziehungsweise Kommandant-Stellvertreter der eingesetzten Feuerwehren.
Dank und Anerkennung
Auch Bezirksfeuerwehrkommandant OBR Alois Hochholzer und Abschnittsfeuerwehrkommandant BR Ing. Roland Hudl waren vor Ort, beobachteten das Übungsgeschehen und bedankten sich bei den teilnehmenden Feuerwehrmitgliedern für ihre Einsatzbereitschaft und ihr Engagement.
Unterabschnittsfeuerwehrkommandant HBI Matthias Seifert zeigte sich ebenfalls erfreut über die rege Teilnahme und bedankte sich bei allen eingesetzten Kräften für die aufgewendete Zeit und die Bereitschaft, gemeinsam für den Ernstfall zu trainieren.
Insgesamt standen bei dieser anspruchsvollen Unterabschnittsübung mehr als 60 Feuerwehrmitglieder mit über 12 Fahrzeugen im Einsatz.
Die Übung zeigte einmal mehr, wie wichtig eine funktionierende Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren, eine durchdachte Einsatzplanung und insbesondere eine unabhängige Löschwasserversorgung auch unter schwierigen Rahmenbedingungen sind.
Ein herzliches Dankeschön gilt allen beteiligten Feuerwehren, den Übungsbeobachtern, den Verantwortlichen der Firma Öllinger sowie allen Personen, die zur Vorbereitung und Durchführung dieser Übung beigetragen haben.









